Start-ups denken in Klicks, Conversions und Dashboards. Aber ausgerechnet diese Unternehmen buchen inzwischen reihenweise Plakate, LED-Trucks und digitale Screens. Der Feed wird ihnen zu eng, die Straße bietet ihnen den nötigen Platz für riesige Botschaften.
Dieser Beitrag zeigt am Beispiel von fünf Kampagnen, wie junge Marken Out-of-Home (OOH) im öffentlichen Raum für sich nutzen, warum der Kanal gerade jetzt Zulauf bekommt und welche Rolle planus dabei spielt.
Berlin wird zum KI-Mekka: Peec AI
Peec AI, laut Handelsblatt eines der am schnellsten wachsenden KI-Start-ups Europas, ist seit Anfang 2025 am Markt und machte Berlin sofort zur Bühne. Drei Monate lang bespielte das Unternehmen die Stadt mit LED-Trucks, Fahrrädern, Plakaten, Bodenstickern und nächtlichen Fassadenprojektionen. Einer der Slogans: „The kind of ambition Berlin hasn't seen in a while."
OOH diente hier neben der Reichweite vor allem dem Statement: Ambition zeigen, den Markt provozieren, Talente und Kundschaft ansprechen. Der Umsatz kletterte binnen zwölf Monaten von null auf fünf Millionen Euro.
Ein Sprachduell auf digitalen Screens: Duolingo
Duolingo war mal ein Start-up. Heute ist die Marke börsennotiert und stark via Social Media gewachsen. Zur Karnevalszeit wagte sich die Sprach-App trotzdem erstmals stärker an DOOH.
Das #duolingobattle schickte die NutzerInnen aus Köln und Düsseldorf ins Rennen: Wer sammelt mehr Lernpunkte? Der Clou lag in der Mechanik. Über Digital Out-of-Home (DOOH) rief die Marke zunächst zum Mitmachen auf und spielte danach die Zwischenstände in near-realtime aus, bis die Siegerstadt feststand. Klassische Flächen und Social Media flankierten die Aktion.
Gassi-Route als Zielgruppen-Cluster: mammaly
Das Pet-Health-Start-up mammaly richtete seine Kampagne konsequent an den Wegen der HundebesitzerInnen aus. 385 Werbeflächen standen dort, wo die Zielgruppe ohnehin unterwegs ist: nahe Hundewiesen und Fressnapf-Filialen. Beim Spaziergang oder Futterkauf ist die Offenheit für ein emotionales Thema wie Tiergesundheit größer als beim Doomscrollen. Geokompetenz schlug hier Gießkanne.
Vom Plakat in den Feed: Accountable
Bei Accountable, einer App fürs Finanzmanagement von Selbstständigen, trug allein die Headline die Kampagne. Sprüche wie ‚Guten Rutsch in die Selbständigkeit' erzeugten die Aufmerksamkeit und wurden zugleich zum Kern der digitalen Content-Strategie organisch auf den eigenen Kanälen und als Ads bei Facebook und Instagram. Die Außenwerbung legte im Upper Funnel die Basis, also in der frühen Phase der Aufmerksamkeit, die Conversion folgte im Lower Funnel kurz vor dem Abschluss. Nach Angaben von Accountable stieg die Aktivierungsrate in den bespielten Städten um 22 Prozent, die Abschlussrate bei Registrierungen um 4,1 Prozentpunkte.
Ein guter Spruch reicht: Scalable Capital
Scalable Capital ist kein reines Start-up mehr, hat den Markt der „jungen Wilden“ aber geprägt – vor allem mit seiner Werbung. Das FinTech setzt auf reduzierte, extrem aufmerksamkeitsstarke Motive. Mit Headlines wie „Wohin mit der Asche von Opa?" holte es sich 2025 die PlakaDiva in Gold, in der Kategorie „Beste Kreation Out-of-Home".
Warum die Straße gerade jetzt zieht
Ein Muster verbindet diese Beispiele: Digitale Werbesysteme optimieren auf Menschen, die ohnehin kurz vor dem Kauf stehen. Ihr Problem: Neue Zielgruppen, die erst am Beginn der Customer Journey stehen, erreichen sie schlechter. Hier spielt Außenwerbung seine Reichweitenstärke souverän aus.
Gleichzeitig sind die TKPs, also die Kosten pro tausend Kontakte, auf den Social-Plattformen gestiegen, während die Aufmerksamkeit durch Ad Fatigue sinkt. OOH wirkt außerhalb dieser Filterblasen, ohne Adblocker, ohne Wisch. Und Plakate oder Spots in der Großstadt senden an InvestorInnen und Kundschaft noch ein kräftigeres Signal: Diese Marke meint es ernst!
Wer tiefer einsteigen will: Martin Himmels hat den Trend in einem Gastbeitrag für deutsche-startups.de ausführlich eingeordnet.
Drei dieser Kampagnen hat planus selbst geplant und ausgesteuert: Accountable, mammaly und Duolingo. Als Mediaagentur für analoge und digitale Außenwerbung übersetzen wir Kampagnenziele in konkrete Flächen. Und das per Geomarketing dorthin, wo die Zielgruppe sie im Alltag sieht, per Programmatic dann, wenn Timing und Kontext den Ausschlag geben.
Fazit: Mit OOH vergrößern Start-ups ihre Sichtbarkeit um eine ganze Dimension. Aus Feeds werden Fassaden, aus Pixeln Plätze. Wer digitale Präzision und öffentliche Präsenz klug verzahnt, baut Reichweite und Marke gleichzeitig auf. Unsere fünf Beispiele zeigen: Das ist keine Zukunftsmusik, sondern gelebte Praxis.
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