Vor einem Jahr feierte die OOH-Branche das erstmalige Überschreiten der 10-Prozent-Marke beim Marktanteil. Damals stellte sich die Frage: Momentaufnahme oder Strukturwandel? Die Nielsen-Daten zum ersten Halbjahr 2026 liefern nun die Antwort.
Out-of-Home (OOH) konnte seine Bruttowerbeinvestitionen erneut deutlich stärker steigern als der Gesamtmarkt und erreicht mit einem Marktanteil von 10,72 Prozent einen neuen Höchstwert. Dieser Beitrag ordnet die Zahlen ein und zeigt, warum hinter dieser Entwicklung mehr steckt als ein statistischer Ausreißer.
Plus 5,9 Prozent: OOH lässt den Gesamtmarkt hinter sich
Von Januar bis Juni 2026 wuchsen die Bruttowerbeinvestitionen in Außenmedien laut Nielsen um 5,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Gesamtwerbemarkt legte im selben Zeitraum um lediglich 1,1 Prozent zu. Die Gattung wächst damit mehr als fünfmal so schnell wie der Markt insgesamt. Das meldet der B|A|M Bundesverband Aussenmedien e. V. in einer aktuellen Pressemitteilung.
Bemerkenswert ist die Dynamik im Jahresverlauf: Der Juni brachte ein Plus von 9,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat und war damit, gemeinsam mit dem April, der wachstumsstärkste Monat des bisherigen Jahres. Zwei Monate mit nahezu zweistelligem Zuwachs innerhalb eines Halbjahres sprechen für eine breite, kontinuierliche Nachfrage statt einzelner Sondereffekte. So viel zum Thema statistische Ausreißer.
B|A|M-Präsident Alexander Stotz sieht die Außenwerbung entsprechend längst nicht mehr in der Rolle des Ergänzungsmediums, sondern als Wachstumsmotor im deutschen Mediamix. Dieser wird getragen von programmatischer Buchung, datenbasierter Aussteuerung und der Sichtbarkeit im öffentlichen Raum.
Vom Meilenstein zur neuen Normalität
Zur Einordnung lohnt der Blick zurück. Im ersten Halbjahr 2025 übersprang OOH mit 10,1 Prozent erstmals die lange anvisierte Zielmarke. Das Gesamtjahr 2025 schloss die Gattung mit einem Umsatzplus von 10 Prozent ab, während der Gesamtmarkt leicht schrumpfte. Jetzt stehen 10,72 Prozent zu Buche. Damit zeigt die Kurve seit über einem Jahrzehnt in nur eine Richtung: nach oben. 2014 lag der Anteil noch bei heute unvorstellbaren 5,8 Prozent.
Fazit: Die Richtung stimmt, auch für die zweite Jahreshälfte
Die Halbjahresbilanz 2026 bestätigt den Befund des Vorjahres. Der Marktanteil von über zehn Prozent war kein Strohfeuer, sondern markiert eine dauerhafte Verschiebung im Mediamix. Mit 10,72 Prozent setzt OOH einen neuen Bestwert, und die wachstumsstarken Monate April und Juni zeigen, dass die Nachfrage im Jahresverlauf eher zunimmt als abflacht. Für die Budgetplanung 2027 heißt das: Außenwerbung gehört von Beginn an in jedes crossmediale Setup, nicht erst in die Restbudget-Runde.
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