Rund 60.000 Screens aller Arten und Größen lassen keinen Zweifel mehr. Hier ist ein Megatrend zugange. Ob in deutschen Bahnhöfen, U-Bahn-Stationen, Flughäfen, Einkaufszentren, Einzelhandelsketten, Post-Filialen, Apotheken, Arztpraxen oder Fast-Food-Restaurants: Überall bewegen sich Bilder ferngesteuert. Und es werden immer mehr. Für die nähere Zukunft prohezeien Analysten Wachstumsraten zwischen zehn und 24 Prozent pro Jahr. Dabei verdient die Kreuzung aus TV, Online und Plakat schon heute ganz ordentlich: Der Branchenverband OVAB (Out-of-Home Video Advertising Bureau) schätzt den bereits realisierten Umsatz von Digital Signage für 2010 auf rund 30 Millionen Euro brutto. Eine umfassende Bestandsaufnahme der aktuellen Digital-Außenwerbung liefert der Report "Digital Signage - TV goes out-of-home" von Planus Media, einer Kölner Spezialagentur für Außenwerbung und Geomarketing (www. planus-media.de). Dabei ist die Technik noch längst nicht ausgereizt; einen Blick in die aufregende DS-Zukunft gewährt der Schwerpunkt "Out-of-Home" in W&V 19/11. Aber auch die Bewegtbildwerbung ohne zentrale Steuerung birgt noch Überraschungen: Am Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik in Berlin beispielsweise wurde ein 3-D-Kamerasystem fürs Schaufenster entwickelt. Es erfasst die Positionen von Händen, Gesichtern und Augen der Passanten und wertet sie aus. So lassen sich mit einfachen Gesten Waren auf ein Display holen, beliebig heranzoomen, drehen und sogar kaufen. Ganz berührungslos. Ein Fingerzeig fördert Detailinformationen auf den Schirm. Ein Prototyp funktioniert bereits.
W&V 16/2011